Coins and Medals Department, Pushkin
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The exhibition "Translatio nummorum – Roman Emperors in the Renaissance"

01.07.2013

Antike Münzen stellen bis heute das umfangreichste Quellenmaterial dar, das uns jene Epoche überliefert hat. Sie waren seit jeher ein Informationsmedium par excellence, insbesondere in der Antike, als andere Nachrichtenträger weniger verbreitet waren.
In der Epoche der Renaissance wurden Münzen nicht nur bevorzugtes Sammelobjekt, sondern spielten eine wichtige Rolle bei der Wiederentdeckung der antiken Kultur. Die Viten der römischen Kaiser und ihre Bildnisse fanden besondere Aufmerksamkeit. Aber auch andere Themen, etwa zur Religionsgeschichte oder Architektur, wurden ausführlich mit Hilfe von Münzillustrationen behandelt. Andrea Fulvio, Enea Vico, Hubert Goltzius, Antonio Agustín und anderen Antiquaren sind wegweisende Abhandlungen zu verdanken. Die Präsentation der wichtigsten Schriften verdeutlicht, welche antiken Münzen gesammelt und rezipiert und wie sie von den Gelehrten studiert wurden.
Vor diesem Hintergrund werden auch Erfindungen und Nachahmungen von Münzen und Medaillen jener Zeit in einem antikisierenden Stil verständlich.
Die Ausstellung präsentiert die Ergebnisse eines dreijährigen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten gleichnamigen Verbundprojektes (http://www.census.de/census/translatio-nummorum).
Ausgehend von dem großformatigen Kupferstich Enea Vicos mit der Darstellung der Genealogie der ersten zwölf römischen Kaiser aus dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin erschließt sich die Welt der Antiquare in ihren Zeichnungen, Manuskripten und Büchern. Abgüsse antiker Caesarenporträts und ihrer neuzeitlichen Nachahmungen verwandeln den Ausstellungsraum in eine renaissancezeitliche Gelehrtenbibliothek.
Seit 2012 sind 35 zentrale Werke der Renaissance zur antiken Numismatik erstmals ohne aufwendige Bibliotheksreisen einsehbar und online verfügbar. Die Bucher sind digitalisiert und transkribiert. Durch den ›Census‹ sind alle Münzabbildungen und -beschreibungen aus der Zeit der zwölf Caesaren bestimmt und mit Münzbildern von antiken Münzen, überwiegend aus dem Besitz des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin, verknüpft worden. Das Münzkabinett hat hierfür seinen kompletten Bestand aus diesem Bereich online publiziert.

Weiterführende Informationen 1, 2

Antike Münztypen in der Renaissance im »Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance«(BBAW/HUB): www.census.de
Digitales Corpus von 35 Büchern der frühneuzeitlichen Literatur zu antiken Münzen am Kunsthistorischen Institut in Florenz (Max-Planck-Institut): http://tn.khi.fi.it
Dokumentation und Publikation der Münzen von Gaius Iulius Caesar bis zu Domitianus im Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin: www.smb.museum/ikmk